Montag, 2. Februar 2015

"Ich habe kaum Profit von meinen Fotos, ich bin so erfolglos."

Heute erhielt ich auf meiner Seite, Liancary, mal wieder eine Nachricht von einer interessierten Kundin, die nach einem Shooting angefragt hatte. Unter anderem schrieb sie, dass sie erst sehr unsicher war, ob sie mir überhaupt schreiben soll, weil ich sicherlich viel Geld für ein Fotoshooting verlangen würde und ja sicherlich von meiner Fotografie leben würde.
Da ich dem Irrglauben immer öfters begegne, dachte ich, dass ich mal bisschen Klarheit ins Licht bring.
Ernsthaft fotografieren tue ich nun etwa seit einem Jahr und seit sechs Monaten fotografiere ich auch auf Anfrage. Das, was ich an meinen Fotos verdiene, ist ein Witz und hat bisher nur in wenigen Fällen alle Aufwandskosten gedeckt.
Von ein paar Hobbyfotografie-Kollegen aus Hof weiß ich, dass sie im Jahr etwa um das 5- fache, wenn nicht sogar das 10-fache, im Jahr an ihren Fotografien verdienen. Obwohl diese weitaus weniger Aufwand haben und auch von der Qualität minderer sind.

Letzte Woche war ich an einem Tag darüber leicht frustriert und saß in dem Gedanken fest, dass ich erfolglos bin. Zwar gut aber erfolglos. Während andere aus meiner Gegend bereits um die 10 Hochzeitsfotografie Anfragen haben und offensichtlich mehr Profit von ihren Fotos haben, als ich,  freue ich mich jedesmal wie ein kleines Kind darüber, wenn man mir als Dankeschön Geld schenkt.
Aber woran wird Erfolg gemessen? Mag sein, dass für die meisten Erfolg finanzieller Gewinn bedeutet. Aber ist das wirklich der einzige Maßstab?
Als ich heute so darüber nachgedacht habe, was mir meine Fotos bisher an "Erfolg" einbrachten, hatte ich den finanziellen Teil bereits unbewusst ausgeblendet.
Da tauchten in meinem Kopf ganz andere Sachen auf, welche mich stolz machten.
Zum Beispiel landeten ein paar Fotos von mir in Magazinen und an das Feedback daraufhin erinnere ich mich heute noch gerne zurück.
Aber auch, dass ich Kontakte zu wirklich absolut professionellen und talentierten Fotografen knüpfen konnte und diese begeistert von meiner Arbeit waren - und ich rede hier nicht von irgendwelchen Kleinstadtfotografen, sondern von internationalen.
Auch meine 3.000 Likes auf Facebook machen mich sehr stolz, trotz dass ich davon vllt. bisher wenig finanziellen Profit habe.
Ebenso macht es mich stolz, dass meine Werke mittlerweile über 3 Buchcover zieren.
Und auch, dass ich mittlerweile ein geschultes Auge habe und qualitativ gute Arbeit von minderer unterscheiden kann - trotz meines "jungen Alters".....
Als ich die Liste im Kopf so fortsetzte, ist es mir irgendwie bewusst geworden. Natürlich habe ich auch Erfolg.
Bisher nur einfach anders.
Und wenn ich mir den Werdegang einiger fotografischen Vorbilder von mir so ansehe, dann sehe ich, dass es bei ihnen anfangs nicht anders war und mittlerweile sind sie weltweit auf verschiedensten Magazinen gedruckt, erhalten täglich ein dutzend Anfragen,  verdienen gutes Geld und leben ihren Traum.
Ich vertraue einfach darauf, dass sich gute Arbeit auf lange Sicht bezahlt machen wird.
Und ich denke, Erfolg ist das, was einen stolz macht- und das kann für jeden etwas anderes sein.
Ich persönlich bin wahnsinnig stolz darauf, was ich im letzten halben Jahr alles erreicht habe, was für Menschen ich kennenlernen durfte und auf welchen Internetseiten ich ge"featured" wurde.
Noch verdien ich zwar nichts an meinen Fotos und bleib die meiste Zeit auf den Kosten sitzen aber es ist gut möglich, dass sich das eines Tages ändern wird.


"It is when the lines between fantasy and reality become blurred that the magic really happens."