Montag, 13. Juli 2015

Unterwasserfotografie - Erster Eindruck


F /5.6, ISO 200, S1/500, Brennweite 30mm
Am Wochenende, als ich in Tübingen war starteten Silvie, Nadja und ich den ersten Versuch von Unterwasserfotografie. Dazu kaufte ich mir vorher das DicaPac WP-S5, welches für meine Canon 550d gedacht ist. Anfangs war ich bezüglich der Kundenrezenssionen noch unsicher und hatte ein mulmiges Gefühl- aber die Tasche hält bei festen Verschluss vollkommen Dicht.

Unser Shootingsee war dagegen weniger optimal. Zwar schien die Oberfläche klar aber sobald man ein paar Minuten getaucht hatte, hat es eine ganze Menge Dreck aufgewirbelt und die Sicht wurde immer verschwommener. Lasst euch da also nicht täuschen. Bestenfalls habt ihr einen Pool. Ansonsten sucht euch ein Gewässer, das wirklich klar ist und wo vielleicht überwiegend Steine und wenig Erde und Algen drin sind.

Durch die relativ unklare Sicht im Display hat der Autofocus unter Wasser null funktioniert. Unter Wasser ist für die Kamera sowieso schon alles schwerer, mit verdreckten Wasser kann man das anfokusieren vergessen-  zumindest wenn ihr keinen präzisen und schnellen Autofocus habt. Ich verwendete die Canon 550d mit dem Kit Objektiv 18-55mm. Manuell scharf stellen ist aber auch keine Option, weil die Bedienung der Kamera durch das Gehäuse wirklich schwer ist.


Also habe ich über Wasser das Model mit Autofocus fokusiert und habe dann die Kamera blind unter Wasser gehalten, als das Model im gleichen Moment abtauchte, denn durch das Gehäuse habe ich auch unter Wasser zu wenig auf dem Display erkennen können. Das schien uns zumindest für den ersten Versuch und bei dem trüben Wasser dann noch die beste Option.


Die Brennweite stellte ich auf 30mm, da alles, was weiter weg war, im trüben Wasser unterging. So konnte ich zwar leider keine Ganzkörperaufnahmen machen, aber für den Anfang sind uns immerhin Portraits gelungen. Und das wirklich besser, als wir erwartet hatten.

Es war super lustig, wir hatten unglaublichen Spaß und ich könnte das nun jeden Tag so weitermachen. UW Fotografie fasziniert mich schon eine lange Zeit und ich kann es kaum erwarten, wenn wir den nächsten Versuch wagen. <3



Zusammengefasst: 
- Sucht euch einen relativ klaren See, der nicht nur an der Oberfläche klar aussieht.
- benutzt ein Objektiv bei dem ihr höchstens eine Brennweite von 30mm habt, außer das Wasser ist richtig klar, dann geht sicherlich auch 50mm.
- fotografiert an einem warmen Tag, wo die Sonne bestenfalls ununterbrochen scheint. (Auch das hellt das Wasser nochmal einiges auf und gibt außerdem schöne Reflexionen)
- stellt die Kamera ein, bevor ihr sie in das Gehäuse tut. Danach wirds schwer.
(Ich hatte  F /5.6, ISO 200, S1/500, Brennweite 30mm, Weißabgleich manuell.)
- Habt Spaß. :)



Donnerstag, 9. Juli 2015

Vier Monate, die alles verändern sollten

Als ich im April meine Zusage für meine neue Ausbildungsstelle im September erhielt, stand ich vor zwei Optionen:

A.) den langweiligen Hungerlohn Job bis dahin weiterzumachen und Null Zeit zu haben. (Mo-Fr von 6- 18 Uhr, weil die Pausen extrem blöd gelegt wurden, Anfahrt gar nicht eingerechenet.) Oder
B.) versuchen für 4 Monate von der Fotografie zu überleben und dabei möglichst viel Spaß zu haben und neue Dinge zu erleben.

Creativ Team, Juni 2015 im Schlosspark Fantaisie, Eckersdorf
...Ja, zweimal dürft ihr raten wofür ich mich entschieden habe. Und es war die beste Entscheidung meines Lebens! Die ersten zwei Monate habe ich noch jeden Auftrag angenommen, den ich kriegen konnte und kam so wirklich gut über die Runden. Ab Juli beschloss ich mich nun mehr auf eigene Projekte und Ideen zu fokussieren, auch alte Freunde wollte ich noch besuchen, bevor im September der Ernst des Lebens wieder losgeht.

Finales Foto "The passing of the grief"
Im Großen und Ganzen kann ich sagen, dass ich die 4 Monate bisher sehr gut genutzt habe, viele viele tolle Menschen kennenlernen konnte, große Projekte umsetzen konnte, einige neue Möglichkeiten sich auftaten und ich zusätzlich viel Zeit für mich und die wichtigsten  Menschen in meinem Leben hatte.
Rüdesheim, auch 7 Stunden Entfernung halten uns nicht auf
Ab September wird mir diese Große Freiheit sehr fehlen, ab da heißt es dann auch die Fotografie schweren Herzens erstmal nach hinten zu stellen.  Jeden Tag um 5 Uhr aufstehen und erst um 18 Uhr heimkommen. Aber ich weiß, dass es sich lohnt und ich trotzdem Zeit für meine Fotografie und meine liebsten finden werde. <3

Südfrankreich, Vins Sur Caramy, Mai 2015
Südfrankreich, Hyeres, Mai 2015

Samstag, 4. Juli 2015

Die Story hinter "Waiting for the sun to return"

Nachdem ich den Blog hier fast verotten lies, ist es mal wieder Zeit ihn etwas aufleben zu lassen. Zumindest solang ich noch die Zeit dafür habe.

Wie viele schon mitbekommen haben ist 'Waiting for the sun to return' Teil meines Langzeit Projects: Moon Tales. Um genau zu sein, hat es mit der Serie sogar spontan begonnen.
Geplant war das aber nicht. Im Gegenteil, die Idee kam erst während der Bearbeitung.

Ich traf mich mit der wundervollen Sabrina abends im Park und das einzige, was ich wirklich geplant hatte war, mystisch schöne Elfenbilder. Deshalb auch die Perücke. (Ja, ich liebe lange weiße Haare. Es ist eine Sucht. Eine ungesunde Sucht.)
An dem Abend entstanden viele wunderschöne Bilder, auf die ich alle sehr stolz bin...als es dann zur Bearbeitung dieser Serie kam wollte ich die Bilder ursprünglich gar nicht so düster gestalten, doch es kam mal wieder anders.
An dem Tag scrollte ich durch die Bilder von Bella Kotak, welche mich nach wie vor größtenteils inspirieren und wie es der Zufall will, sah ich am selben Tag noch in Facebook eine Kurzgeschichte über die Liebe des Mondes zur Sonne. Mond und Sonne waren in der Geschichte Geschwister, doch der Mond warb jede Nacht im Dunkeln um die Sonne. Als die Sonne forderte, dass er sich zeigen sollte, verbrannte sich der Mond an der Wärme der Sonne und in der nächsten Nacht sah die Sonne die schwarzen Brandflecken und wusste, wer jede Nacht um sie warb. Aus Scham kam der Mond nie wieder in die Nähe der Sonne und machte sich ganz dünn, wenn sie in seine Richtung kam.


Da mein Model in dem Bild durch das lange weiße Kleid un dem Schleier brautähnlich aussieht, der Blick aber eher traurig wirkt war das Ausgangsbild für die Idee perfekt.

Die Geschichte hinter "Waiting for the sun to return" ist, dass Sonne und Mond lange Zeit eins waren. Irgendwann geschah es aber, dass die ewige Melancholie und Dunkelheit von Mond die Sonne selbst mit in ihre Schatten zog und Sonne das nicht mehr wollte. Sonne wand sich von Mond ab um wieder hell strahlen zu können und verliebte sich in die Schönheit unserer Welt, die am Tag so voller Leben ist. So blieb der Mond allein in der Dunkelheit zurück, wo sonst niemand seine Gesellschaft teilte. Eine halbe Ewigkeit wartete der Mond und weinte dabei tausende von Tränen. Durch die von Trauer verursachten Tränen entstanden die Sterne. Die Sterne, welche heute nachts leuchten um den Mond Gesellschaft zu leisten.

"Silver moon upon the deep dark sky,
Through the vast night pierce your rays.
This sleeping world you wonder by,
Smiling on men's homes and ways.
Oh moon ere past you glide, tell me,
Tell me, oh where does my loved one bide?
Tell him, oh tell him, my silver moon,
Mine are the arms that shall hold him"